Der Handy Akku Marketing Shit

Neuerdings melden sich „Experten“ in den Medien, die behaupten die genaue „magische“ Formel für den Akkualltag gefunden zu haben.
Anstecken – laden – nicht laden – entladen – halb laden – voll laden – nicht am Kabel lassen.

Es macht nur eines: Die Menschen sind verwirrt. Klar, egal, wie man es macht, es ist laut „Experten“ IMMER nur falsch.

Leute, lasst euch nicht darauf ein. Es ist ein Marketing Gag.

pixabay – CC0

Akkus werden in Überfluss produziert. Langlebige Akkus schaden dem Handel. Alleine, das ihr nicht schon alle 6 Monate Akku tauschen lasst, schmerzt sie kläglich. Sie weinen. Und stecken wieder Geld in PR und „Experten“.

Ich weiß, einige andere „Experten“ werden jetzt aufschreien, doch lassen wir mal einen Vergleich zu.
Das Auto. Ja, das sollte fast jeder kennen.

Gut, fährst du gerne mit einem Tank, der zu 5% gefüllt ist? WAAAAS? Wo ist meine nächste Tankstelle.
Oder ein Tesla, der im roten Bereich ist. Wer würde sich damit auf eine weit entfernte Reise zu Freunden und Bekannten noch wagen, ohne sie noch aufladen zu wollen.
Jetzt kommen die sogenannten „Experten“ – „Ja, Akku ist nicht gleich Akku und ein Autoakku schon gar nicht“.
Leute, das Prinzip. Es geht um das Prinzip. – Die Grundlage ist gleich.

Ein moderner Akku, das computerchipgesteuert aufgeladen wird und eine Erhaltungsladung bekommt „killt den Akku“. Ja, das ist korrekt. Die Lebenserwartung sinkt bei korrekter Anwendung von 70 Jahren auf magere 7 Jahre. Das tut soooo weh Leute. Eine Erhaltungsladung ist dazu da, damit der Akku nicht sich wie ein Handball aufbläht und platzt. Oder wer möchte schon ein kugelrundes Handy haben?
Eine Erhaltungsladung sorgt dafür, das wir das Handy getrost am Ladegerät lassen können.
Handy wird beim Aufladen heißt? EmergencyCharge genutzt? Sorry, ihr kennt es unter „Quickcharge“ – verkauft sich besser. „Quickcharge“ klingt cool, ist aber wie bei Sex. Zu kurz, zu wenig Spaß, auf Dauer Beziehungskiller. Ja, 3mal so viel Spannung rein. Probiert mal das bei eurem Licht. Statt den üblichen 230 Volt Haushaltsspannung, QUICKCHARGE. 690 Volt. Gibt ein geiles Feuerwerk…. Das passiert in eurem Akku. Ein Feuerwerk. Der ist nur so klein, das selbst die Ameisen ein Vergößerungsglas brauchen, sie ist aber da.

Gut, andere würden jetzt meinen: „Ich nutze aber kein Quickie, ich bin brav und lade ’normal‘.“

Die Ladung wird von der Software gesteuert. Bei einigen Firmwares gab es und gibt es Probleme. Keine Software ist unfehlbar und bei manchen Modellen lag es gar an der schlampigen Hardware.

Ein vollgetanktes Auto in der Früh loszufahren – es ist ein angenehmes Gefühl. Wieso also ein leeres Handy mitnehmen wollen? Weil wir so gerne uns im Auto mit vielen Kabeln herumspielen, das wir gar kein Auge mehr auf den Verkehr haben.

pixabay – CC0

Merkt man sich die Regel: 1 voller Zyklus ist ein Verbrauch von 100 auf 0 und dann wieder auf 100.
Im Alltag hat man bei handelsüblichen Handyakkus je nach Hersteller zwischen 200 und 500 komplette Zyklen. Bei Ultra-Premium kann man bis zu 2000 volle Zyklen haben (die sogenannten Zyklenfeste Akkus – sind teuer, aber vielerorts erhältlich).
Diese ‚kompletten‘ Zyklen mögen zwar wenig erscheinen, das sind sie auch, aber wir dehnen diese Zyklen. Mal verbraucht man am Tag nur 10%, am nächsten Tag 50%, am nächsten Tag 2% und danach wieder nur 5%. Wie ihr seht, braucht man für den ersten Zyklus (die ersten 100%) schon ein paar Tage. Das summiert sich auf 200 und schon hat man statt 200 Tage volle 400 oder 500 Tage mit den Zyklen durchgehalten.
Noch eines: Ab der Hälfte der verbrauchten Zyklen (wenn zum Beispiel noch 100 Zyklen verbleiben) schwindet die Akkuleistung leider spürbar im Alltag.
Der Typ weiß ja gar nicht, wovon er redet: Stimmt. Ich bin kein „Experte“. Ich bin der Akkulaie. Blöderweise halten meine Akkus lange, weil ich nur eines im Alltag als Zubehör nutze: Mein Hausverstand.